In 36 Stunden über den Atlantik
Vor 80 Jahren flog die „Bremen“ von Europa nach Amerika
Drei Männer, zwei Deutsche, ein Ire, veränderten 1928 die Nachkriegswelt. Mit ihrem abenteuerlichen Atlantikflug von Irland nach Nordamerika gelang ihnen der Beweis, dass eine direkte Flugverbindung zwischen der „alten“ und der „neuen“ Welt möglich ist. Kein Ereignis in der Luftfahrt dieser Zeit, Lindberghs historischer Alleinflug ausgenommen, hat die Europäer so bewegt, wie der Flug der „Bremen“ von Irland in die USA.
Vom Winde verweht
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| Empfang der Ozeanflieger auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof. |
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Bereits 1927 organisierte Günther Freiherr von Hünefeld, Pressechef des Norddeutschen Lloyd, einen Versuch mit zwei Junkers G33-Flugzeugen den Atlantik zu überqueren. Mit an Bord war als Navigator und zweiter Pilot Herrmann Köhl, Nachtflugleiter der Lufthansa. Er wurde für dieses Unternehmen unter Fortzahlung des vollen Lohnes freigestellt. Eine stürmische Schlechtwetterfront liess diese beiden Flüge scheitern. Die „Europa“ musste vor der Nordseeküste und die „Bremen“ vor Irland umkehren.
Aber auch weiterhin versuchten immer wieder Flieger den Atlantik von Europa aus zu überqueren. 29 Menschen kamen dabei ums Leben. Im Frühjahr 1928 stand die generalüberholte „Bremen“ wieder auf dem Flugplatz Berlin-Tempelhof für einen neuen Anlauf bereit. Eigentümer der Maschine und Geldgeber war jetzt alleine Günther Freiherr von Hünefeld. Von Tag zu Tag gab es immer heftigere Kritik an diesem waghalsigen Unternehmen. Es fehlte jede behördliche Genehmigung und die Presse sprach von „Hasadeuren der Fliegerei“ und „wahnwitzigen Versuchen“. Lufthansa untersagte ihrem Angestellten Herrmann Köhl die Teilnahme. Sie hielt die damaligen Flugzeuge für technisch noch nicht ausgereift und wollte keinen Totalverlust und keine Menschenleben für ein solch gewagtes Unternehmen riskieren.
Ein neuer Versuch
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| Diese Postkarte wurde in Deutschland nach der Heimkehr der Ozeanflieger abgeboten. |
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Hermann Köhl verschleierte deshalb den Zweck des “Bremen“-Fluges und gab am 26. März 1927 beim Start der Berliner Flugsicherung als Flugziel „Probeflug nach Dessau“ an, wo er allerdings nie ankam. Stattdessen führte ihn sein Weg geradewegs nach Irland zum Flugplatz Baldonnel bei Dublin. Lufthansa sah sich daraufhin gezwungen, ihrem Angestellten, der sich nicht einmal Urlaub genommen hatte, fristlos zu kündigen.
Mit dem irischen Fliegermajor James C. Fitzmaurice, Flughafenkommandant von Baldonnel, als Pilot und drittes Besatzungsmitglied wurde zunächst besseres Wetter für den Start abgewartet. Am 12. April 1928, um fünf Uhr morgens hieß es endlich: Bremsklötze weg. Beladen mit 2000 Kilogramm Treibstoff, fast dem Doppelten des Eigengewichts, gelang des dem Piloten mühsam, die Maschine in die Luft zu bringen.
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14.08.1927
Der Versuch mit den Junkers W33-Flugzeugen „Bremen“ und „Europa“ den Atlantik in Ost-West-Richtung zu überqueren scheitert.
1927/1928
Bei weiteren Versuchen sterben insgesamt 29 Menschen.
26.03.1928 Freiherr von Hünefeld und Herrmann Köhl fliegen mit der „Bremen“ nach Baldonnel, Irland. Dort warten sie auf günstiges Wetter. James C. Fitzmaurice, der Flughafenkommandant, springt als Pilot ein.
12.04.1928
Start vom irischen Militärflugplatz Baldonnel.
13.04.1928
Bruchlandung nach über 36 Stunden Flugdauer auf Greenly Island, Labrador. Die Maschine wird schwer beschädigt. |
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