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Was heißt Klimawandel?
Klimawandel heißt, dass sich jene Größen, die das Klima beschreiben, wie Temperatur, Wind und Niederschläge, statistisch gesehen ändern.
 
Wo stehen wir?
Hat der Klimawandel schon begonnen?

Es gibt eine ganze Reihe von Indizien, die auf einen Klimawandel hinweisen. In den Letzten 100 Jahren hat sich die Erde im Mittel um 0,76°C erwärmt. Elf der letzten 12 Jahre (1995-2006) waren unter den zwölf wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen [IPCC, 2007].

 
Ist CO2 der Hauptklimakiller?
Ja, mit 77 Prozent trägt CO2 den Hauptanteil der anthropogenen Treibhausgase (gemäß Kyoto-Protokoll), gefolgt von Methan (CH4) mit 14 Prozent sowie Lachgas (N2O) mit 8 Prozent, [WRI, 2005].
 
Welche CO2-Werte haben wir zurzeit?
Im Jahr 2007 betrug die durchschnittliche CO2-Konzentration der Atmosphäre 383 ppm [NOAA, 2008]. Zum Vergleich zur vorindustriellen Zeit (vor 1750), als die CO2-Konzentration noch bei 280 ppm lag, ist dies ein Anstieg um 37 Prozent. Der heutige CO2-Wert ist der größte in den letzten 650.000 Jahren und überschreitet bei weitem die bis dahin auftretende natürliche Schwankung (180 – 300 ppm). [IPCC, 2007].
 
Wer verursacht wieviel Treibhausgas-Emissionen?


Anmerkung:
Anteil der weltweiten, anthropogenen Treibhausgas-Emissionen nach Sektoren basierend auf den Kyoto-Gasen (CO2, CH4, N2O, HFCs, PFCs, SF6).
 
Was bewirkt CO2 am Boden und in der Atmosphäre? Ein CO2-Molekül hat in der Atmosphäre eine mittlere Lebensdauer von 100 Jahren [IPCC, 2001], bis es entweder von den Ozeanen oder von der Biosphäre wieder aufgenommen wird. Vor diesem Hintergrund ist es völlig unbedeutend, an welchem Ort und in welcher Höhe das CO2 emittiert wird, da es sich aufgrund der langen Lebensdauer homogen in der Atmosphäre verteilt.
 
Wie entwickeln sich die CO2-Emissionen, wenn wir so weiter machen wie bisher?

Im Vergleich zu den Emissionen an CO2e (CO2-Äquivalente) von heute 42 Milliarden Tonnen pro Jahr werden sich bei einem Business as usual die CO2e-Emissionen bis zum Jahr 2050 auf etwa 84 Milliarden Tonnen pro Jahr verdoppeln. Bei Verdoppelung der Kohlendioxid-Konzentration steigt die globale Durchschnittstemperatur um 2,0 bis 4,5°C [IPCC, 2007]. Um den Temperaturanstieg auf maximal 2°C zu begrenzen, muss laut IPCC innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre das Wachstum der Treibhausgas-Emissionen weltweit angehalten und bis 2050 auf ca. die Hälfte im Vergleich zu 1990 gemindert werden.

 
Wie kann CO2 reduziert werden?
Der Ausstoß von anthropogenem (von Menschen verursachtem) CO2 kann nur durch die Reduktion von Verbrennung von fossilen Brennstoffen (Öl, Kohle, Gas) vermindert werden. Das CO2 befindet sich in einem Kreislauf zwischen Atmosphäre, Biosphäre und den Ozeanen. Der in den Sedimenten gespeicherte Kohlenstoff (Öl, Kohle, Gas) nimmt an diesem natürlichen Kreislauf nicht teil. Der Mensch hat nun allerdings seit der Industrialisierung begonnen diesen Kohlenstoff in den Kreislauf miteinzubringen, indem er Brennstoffe fördert – und das in einem – erdgeschichtlich betrachtet– atemberaubenden Tempo. Das verursacht die Störung des Gleichgewichts, deren Auswirkungen wir zurzeit spüren.
 
Wie werden Emissionen erfasst? Je nach Emissionsstoff, der untersucht werden soll, kommen unterschiedliche Messverfahren zum Einsatz. Gängige Messverfahren sind zum Beispiel: optische Absorptionsspektroskopie, Massenspektroskopie, Chemielumineszenz oder Gaschromatographie. Generell unterscheidet man zwischen so genannten „in situ“-Messverfahren und Fernerkundungsmessverfahren. Eine dritte Methode stellt die Probennahme dar, die dann anschließend im Labor untersucht wird.
 
Der Luftverkehr ist eine boomende Branche. Was bedeutet dieses Wachstum für das Klima? Die Lufthansa konnte im Vergleich zu 1991 ihr Transportwachstum vom Emissionswachstum zu 50 Prozent entkoppeln. Das bedeutet – auf die Flotte der Lufthansa Passage bezogen – dass unser Transportwachstum im Zeitraum von 1991 bis 2007 um 189 Prozent gewachsen ist, während unser Treibstoffverbrauch und unsere CO2-Emissionen im selben Zeitraum lediglich um 79 Prozent gestiegen sind.
Zurzeit hat der Luftverkehr einen Anteil von 1,6 Prozent an den sechs Kyoto-Treibhausgasen. Der Anteil des Luftverkehrs an den vom Menschen verursachten reinen CO2-Emissionen wird zurzeit mit ca. 2,2 Prozent bemessen. Dieser Anteil wird aufgrund des starken Wachstums des Luftverkehrs voraussichtlich weiter wachsen. Das IPCC hat bereits 1999 in einem speziellen Bericht über die Klimaauswirkungen des Luftverkehrs berichtet. In dieser Studie wird dem Luftverkehr im Referenz-Szenario für das Jahr 2050 ein Anteil von ca. 5 Prozent an der globalen Erwärmung zugeschrieben.
 
Welche weiteren Schritte haben wir schon zur Emissionsreduzierung unternommen? Die Lufthansa hat ihren spezifischen Treibstoffverbrauch und damit auch die CO2-Emissionen seit 1991 um 30,3 Prozent verringert. Damit haben wir die Hälfte unseres Transportwachstums CO2-neutral gestalten können. Dies konnten wir durch zahlreiche operative Verbesserungsmaßnahmen erreichen, zum Beispiel durch Verkürzung von Flugrouten, gewichtsoptimierte Beladung, bessere Auslastung. Im Weiteren trägt der Kauf und Einsatz von modernen und umweltschonenderen Flugzeugen sowie deren optimierte Wartung und Instandhaltung einen erheblichen Beitrag. Bis zum Jahr 2012 wollen wir gegenüber 1991 unseren spezifischen Treibstoffverbrauch und damit auch unsere CO2-Emissionen um 38 Prozent senken.
 
Was kostet Lufthansa der Mehrverbrauch an Kerosin durch Infrastrukturengpässe?
Der jährliche Mehrverbrauch an Kerosin von ca. 142.000 Tonnen durch verlängerte Anflugrouten, Warteschleifen sowie durch schnelleres Fliegen, um Verspätungen durch Infrastrukturengpässe aufzuholen schlägt in der Treibstoffrechnung mit rund 133 Millionen Euro zu Buche.

Auch durch den immer noch „zerstückelten“ Luftraum über Europa sind die Luftverkehrsunternehmen gezwungen „politische“ Umwege zu fliegen. Ein einheitlicher europäischer Luftraum könnte dazu beitragen die CO2-Emissionen des Luftverkehrs um bis zu 12 Prozent zu reduzieren.
 
Wie unterstützen wir die Klimaforschung? Lufthansa unterstützt seit mehr als 14 Jahren in zahlreichen Projekten die Klimagrundlagenforschung. Dazu sind unter anderem Langstreckenflugzeuge umgebaut, um im täglichen Reiseflug kontinuierlich klimarelevante Spurenstoffe zu messen.
 
Wieso tun wir dies? Unbestritten ist, dass die Wechselwirkungen und Mechanismen in unserer Atmosphäre sehr komplex sind. Genau in dieses komplexe System greift aber der Mensch ein – allerdings ohne die Auswirkungen zu kennen. Es besteht somit ein großer Bedarf zur Erforschung der Mechanismen in unserer Atmosphäre. Hier setzen unsere Aktivitäten an. Deshalb unterstützt Lufthansa die Klimagrundlagenforschung und nimmt somit ein Stück gesellschaftliche Verantwortung war.
 
Was tun wir konkret? Zwei unserer Langstreckenflugzeuge der Baureihe A340-300 sind umgerüstet und seit über 14 Jahren im täglichen Einsatz für die Klimaforschung. Die zivile Luftfahrt ist eine ideale Plattform zur Beobachtung unserer Atmosphäre und kann eine Lücke zwischen der satelliten- und der bodengestützten Beobachtung schließen. Während diese so genannte Fernerkundung vom Weltall bzw. vom Erdboden aus immer nur eine Luftsäule unter bzw. über sich sieht (und damit Schwierigkeiten mit der vertikalen Auflösung hat), kann ein Flugzeug vor Ort messen und zeitlich wie räumlich hochaufgelöste Daten liefern.
 
Mit wem arbeiten wir dabei zusammen? Mit den folgenden Institutionen/Firmen stehen wir in direktem Austausch:

Deutsches Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR)
Max-Planck Gesellschaft (MPG)
Forschungszentrum Jülich (FZJ)
Forschungsinstitut Karlsruhe (FZK)
Institut für Troposphärenforschung Leipzig (ift)
Airbus

 
Quellenangaben
[IPCC, 2001]
Intergovernmental Panel on Climate Change,
Climate Chance 2001, The Scientific Basis.
www.ipcc.ch

[IPCC, 2007]
Intergovernmental Panel on Climate Change,
Summary for Policymakers.
www.ipcc.ch

[NOAA, 2008]
National Oceanic and Atmospheric Administration
www.noaa.gov

[WRI, 2005]
World Resources Institute
www.wri.org

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